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Protokoll Peer-Group-Treffen der AnandaWave® TANTRA-MASSAGE-AUSBILDUNG, Ausbildungsjahr 2010/2011

Prolog:

Im Rahmen der Tantra-Massageausbildung wurde vom Ausbildungsteam (besonders energisch von Gitta) angeregt regelmäßige Treffen zum Erfahrung.- und Massageaustausch durchzuführen. Es wurde schnell klar, dass es sinnvoll und gewünscht ist diese Treffen nicht nur vereinzelt zwischen je zwei Mitgliedern des Ausbildungsjahrgangs durchzuführen, sondern auch gemeinsam mit der gesamten Ausbildungsgruppe. Somit wurden bereits im Februar 2 Termine im Zeitraum 2011 festgelegt, die dem gerecht werden sollen. 

Termin 1. Treffen: 25. -27.03.2011 

Ort: Seminarhaus Rinteln 

Teilnehmer:

E. K., U. M.; C. L., L. R., N. Z., J. B., S. J., S. Z., M. K.


Ablauf:

Da der gesamte Ablauf, wenn auch spontan, relativ planmäßig verlief verzichte ich an dieser Stelle einen Ablaufplan gesondert aufzuführen und beginne sofort mit der Schilderung meiner Eindrücke.

Anreise war am Freitag, den 25.03.2011. Geplant war ein  Abendmahl mit Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Runterfahren und Einstimmen beim Watsu.

So sollte es dann auch sein. Die Ersten Teilnehmer fanden sich bereits gegen 16 Uhr ein und begannen natürlich sofort sich verbal auszutauschen. Gegen 19 Uhr, als alle ihre Zimmer bezogen hatten und sich mit den sehr schönen Räumlichkeiten vertraut gemacht hatten starteten wir mit dem gemeinsamen Abendessen, dem leider U. noch nicht beiwohnen konnte, da ihre Anreise sich durch ihre Supervision verzögerte. Nachdem nun auch U., nach einer Bahnodyssee, gegen 20.30 erschöpft aber wohl auf eintraf und sich mit den Restern des Abendmahls wieder in Form gebracht hatte, starteten wir den offiziellen Teil unseres Treffens.

Erster Programmpunkt war eine gemeinsame schamanisch angehauchte Meditation, durch die uns L. führte. Dies war sozusagen der Abschied von der normalen Welt und der offizielle Start in ein tantrisch,- sinnliches Wochenende. Im anschließenden Gesprächskreis beleuchteten  wir kurz nochmals den gewünschten Ablauf unseres Workshops und teilten uns unsere Gefühle und Erwartungen dazu mit. Dies versuchten wir recht knapp zu halten, da für den Erfahrungsaustausch noch recht viel Zeit bleib und wir alle sehr gespannt waren auf das Bonbon…, welches aus dem beheiztem Pool und der langjährigen Erfahrung von S. im Watsu bestand.

Entspannung gab es reichlich als wir gemeinsam, angeleitet von S., die Welt der  totalen Schwerelosigkeit und des bedingungslosen Fallenlassen und Abgebens entdeckten. Den Abschluss fanden wir an diesem Abend mit dem gemeinsamen Aufwärmen in der hauseigenen Sauna.  

Der Samstag begann gegen 8.30 bei Yoga und Sonnengruß, was E. spontan anleitete. Pünktlich 9 Uhr trafen wir uns, hungrig wie die Wölfe, zu einem leckeren Frühstück. Mit etwas Verspätung begannen wir dann 10.20 Uhr mit Bodyflow nach  Klängen denen sich nicht verweigert werden konnte.

Im Anschluss bereiteten wir geschwind die Massageplätze vor und begannen 11.10 Uhr mit dem ersten Massageaustausch des Tages.


Massagepartner:

E. -  J.,  

U. – S.,

L. – M.

Auf Grund der nicht erfolgten Absage von I., war es nicht möglich kurzfristig für Ersatz zu sorgen, um wieder eine rund Zahl von Teilnehmern zu schaffen. Dadurch ergab sich eine 4-Handmassage, von N. und C., die sich S. natürlich ohne größere Gegenwehr gefallen ließ.

Die Massage war auf 2 Stunden angesetzt und das Ende wurde von N., die ihre Massage bereits einige Minuten früher beendet hatte, rechtzeitig bekannt gegeben. Dadurch hatten wir noch Zeit eine 5 minütige Auswertung anzuhängen, bevor es  zum Mittag ging.

Die entspannte vegetarische Mittagpause ließ reichlich Zeit für den Erfahrungsaustausch in  Sachen Massage und Supervision. Die verschiedensten Erwartungen und Ängste, wie auch lustige und fragwürdige Begebenheiten  fanden ihren Platz in der Runde. Das Thema „ was ist Sinnlichkeit und Erotik“ und wie erreiche ich beides in der Massage, betrat erstmalig die Bühne, um in anschließenden Gesprächsrunden weiter thematisiert werden zu können. 

15.15 starteten wir mit der Massage-Rückrunde. Diesmal ergaben sich 4 Massagepaare, da eine Teilnehmerin gern dem Massageablauf und die verschiedenen Variationen und Ausdrucksweisen in der Massage studieren wollte. Ihre Erkenntnisse teilte sie im Anschluss beim Abendbrot mit. Auch die Massagerückrunde dauerte 2 Stunden und endete mit einer kurzen Auswertung.

Nach dem Abendessen folgte ein sehr intensiver Erfahrungsaustausch, der eine Reihe von Fragen zu Motivation, Ablauf, Ausbildung und  Supervisionen aufwarf.

Anbei möchte ich einige der Fragen festhalten und das Ausbildungsteam, im Namen aller Teilnehmer ersuchen, folgende Themen im Rahmen der weiteren Ausbildung  nochmals zu erläutern.

  1. Wie erzeuge ich Sinnlichkeit und Erotik in der Tantramassage? Wo ist der Unterschied zwischen Fokus, Sinnlichkeit und Erotik?
  2. Wie reagiere ich auf außergewöhnliche Situationen während und nach der Tantramassage? Gemeint sind Übergriffe von Probanden, vor allem aber Reaktionen von Probanden, die durch die Massage an gewisse Themen von Verletzungen oder Traumata kommen.
  3. Thema Verantwortung für mich als Masseur, als auch für den Probanden während der Massage.
  4. Thema Behinderungen und Krankheiten von Probanden. Wie gehe ich damit um?
  5. Thema Psychohygiene. Wie gehen wir mit Verliebtheit, Übergriffen, Missbrauch und Lebensgeschichten von Probanden um?
  6. Ritual vor der Massage? Wie baue ich einen heiligen Raum auf und wie spanne ich einen sinnlichen Bogen?
  7. Wie soll die Profi-Massage aussehen? Ohne Ritual, ohne Spiritualität? Nonverbal bis auf das Einführungs- und Abschlussgespräch? 


Auch dieser Abend endete mit Entspannung und der völligen Hingabe beim Watsu. Aufgewärmt wurde sich, nach Stunden im Pool, in der Sauna, wonach unsere Betten laut und aufdringlich zur Bettruhe riefen.

Der Sonntag gehörte ganz dem gemeinsamen Gespräch, welches nur durch Frühstück und Mittagessen unterbrochen wurde.


Themen waren:

- Nachgespräch und Abgrenzung nach der Massage

-Der Massageraum, Mitarbeit an einem Massageinstitut, Hausbesuche

-Gleichgeschlechtliche Massagepartner

-Abwehrreaktionen bei Massageprobanden durch Traumata

-Kommunikation während der Lingam.- bzw. Yonimassage

-Wer bin ich als Tantramasseur? Hure oder Engel der Sinnlichkeit?

-Eigene Lust bei der Massage. Was ist erlaubt, erwünscht und tabu?

-Männer als Tantramasseur. Wie sind die realen Perspektiven für Männer im Rahmen der Ausbildung und Ausübung der Massage. Wo ist der männliche Part der Ausbildung?

Wo lassen sich Lerninhalte, abgestimmt auf Männer in der Tantramassage-Ausbildung finden?

-Wie wichtig ist uns allen die Ausbildung und was bedeutet uns das Zertifikat von AnandaWave®.

 

Gegen 14 Uhr beendeten wir unseren Workshop gestärkt und voller Freude über unser doch recht lockeres aber sehr intensives Wochenende.

Alle Teilnehmer bekundeten den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, teils um wirklich mit der Tantramassage zu arbeiten, teils um sich selbst neue Wege zur eigenen Sinnlichkeit zu schaffen.

 

Ich danke Euch allen, die ihr alle Mauern fallen gelassen habt um Euch wirklich tief und ehrlich, mit allen Stärken und Verletzungen einzubringen.

Es war eine gute, intensive, aufschlussreiche und nicht zuletzt sinnlich - entspannte Zeit, aus der wir alle gestärkt hervorgegangen sind.  

Ich freue mich auf den 2. Teil!

M. K.